Island

Mai - September 2022

 

 

 

 


 

 

 

Zum Vulkan

 

Das Ersatzteil wurde aus Deutschland eingeflogen, mein Bulli wurde repariert, ich fuhr nach Reykjavík - und irgendetwas klopfte noch immer irgendwo hinter mir und fühlte sich ungut an. Andskotans.

 

In Reykjavík ging ich nicht nur zum Frisör und kaufte Schuhe für die anstehende Premiere des zweiten Lotta-Films, ich traf mich auch mit Christina aus meinem Isländisch-Onlinekurs. Sie war unterwegs mit ihrer Freundin Bianca, und das war ein großes Glück, denn Bianca sollte mich in der nächsten Zeit in ihrer Wohnung in Mosfellsbær beherbergen, während mein Wagen in der Werkstatt war und ich ein Manuskript überarbeiten musste.

Sie war vor einem Jahr mit ihrer Familie nach Island ausgewandert; ihr Mann und die drei Töchter waren momentan in Deutschland.

Und so machten wir uns eine schöne Zeit miteinander.

Auf der Reykjanes-Halbinsel rumpelte derweil die Erde - die Erdbeben waren teilweise bis Mosfellsbær zu spüren. Bianca und ich waren etwas enttäuscht darüber, dass sie nicht bei uns ankamen.

Dann brach der Vulkan aus. Am 3. August öffnete sich nördlich des letztjährigen Eruptionsgebiets am Fagradalsfjall in den Meradalir eine Erdspalte.

 

Am Freitag, den 5. August dann kam Biancas Familie zurück aus Deutschland. Anschließend machten wir uns zu sechst eine schöne Zeit, denn meine Arbeit war noch immer nicht beendet, und die ganze Familie war extrem offen und gastfreundlich.

 

Am selben Tag wurde mein isländischer Automechaniker Eddi mit der Reparatur fertig. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass er gewissenhaft vorgegangen war, klopfte es noch immer. Nicht immer, aber immer wieder.

Trotzdem beschloss ich, seiner Reparatur zu vertrauen - teuer genug war sie gewesen - und den Wagen wieder zu fahren. Die Kommunikation mit Eddi war ohnehin etwas schwierig, da er nur isländisch sprach.

 

Am Dienstag, den 9. August habe ich mein Manuskript zurück an meine Lektorin geschickt.

Und am Mittwoch, den 10. August dann bin ich zum Vulkan gefahren. Aufgrund von schlechtem Wetter war der Weg an den vorherigen zwei Tagen geschlossen gewesen - vielleicht war es deshalb an diesem Mittwoch noch voller als in der vergangenen Woche. Obwohl inzwischen ein neuer und sehr großer Parkplatz am Parkplatz 1 eingerichtet worden war. Ein großer Parkplatz, auf dem sich trotzdem kaum eine Lücke finden ließ.

 

Merino-Unterwäsche, Trekking-Schuhe, Wanderstöcke. Mütze, Schal und Handschuhe. Essen, Wasser ... und mein Teleobjektiv, das mehr als einen Kilo wiegt.

Ich hatte großen Respekt vor der Wanderung: sieben Kilometer bergauf und bergab durch unwegsames Gelände. Über 300 Höhenmeter waren zu überwinden, und obwohl die Isländer bereits eine Woche nach dem Ausbruch schweres Gerät die Berge hochgeschafft hatten, um die Wege auszubauen, waren sie noch nicht bis zu Kilometer vier und fünf gekommen. Die großen Steine, die den Weg pflasterten, machten das Gehen mühsam.

Ich bewegte mich im Pulk, an diesem Tag waren tausende von Vulkantouristen unterwegs. Der längste Teil der Strecke führte an der Lava der Eruption von 2021 entlang, die noch immer dampft und entgast. (Allerdings dampft die Lava vom Ausbruch des Leirhnjúkur im Krafla-Gebiet im Jahr 1985 auch noch immer ...)

Das Wetter war angenehm. Trocken, manchmal schien sogar kurz die Sonne, und glücklicherweise war es nicht windig. Vielleicht zwölf Grad Celsius.

 

Die Rauchfahne an der Ausbruchstelle konnte man schon von Weitem sehen. Aber als ich dann nach etwa zweieinhalb Stunden endlich die letzte Hügelkuppe überquerte und die flüssige Lava in die Höhe schießen sah, war ich schlichtweg überwältigt. So etwas hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen.

Am Hang oberhalb des Tales, in dem der Vulkan spuckte, war genug Platz für alle. Und obwohl ich mehrere hundert Meter entfernt saß, spürte ich die Hitze und konnte dieses aufregende Gemisch aus Feuerwerk und abgebrannten Streichhölzern riechen. Und hören konnte man die Eruption auch. Sie tobte und toste und fauchte - so, wie man sich einen Vulkan vorstellt.

An der Rückseite der Eruption bildete sich langsam eine Wand, die Teil eines Kraters werden sollte. Lava floss in trägen, aber rotglühenden Bächen bis an den Rand des Lavafeldes, sofern sie nicht schon vorher erstarrte.

 

Ich konnte mich nicht satt sehen.

 

Zahlreiche Drohnen kreisten über unseren Köpfen, nicht halb so laut und lästig wie die Hubschrauber, in denen man Rundflüge über die Ausbruchsstelle machen konnte. Ich picknickte, guckte und staunte.

Dann wurde das Wetter schlechter, die Wolken hingen immer tiefer und es begann zu nieseln. Die Hubschrauber legten eine Pause ein.

Doch anschließend wurde es zum Glück wieder freundlicher, die Sicht besser.

 

Ich konnte mich kaum losreißen. Auch als ich mich nach etwa zwei Stunden wieder auf den Weg machte, habe ich mich wieder und wieder umgedreht. Vielleicht werde ich so etwas nie wieder sehen.

 

Auf dem Rückweg dann ließ das Wetter erneut deutlich nach. Ich lief die sieben Kilometer im Pulk, meine Knie meldeten sich zu Wort, ich versuchte, sie durch die Walkingstöcke zu entlasten. Und dann erreichte ich das Auto, nach sieben Stunden. Verschwitzt, kaputt und glücklich: Für dieses Abenteuer hatte sich die Anstrengung auf jeden Fall gelohnt!

 

Ich hoffe, die Fotos sprechen für sich ... auch wenn sie natürlich nicht wiedergeben können, was ich erlebt habe.

 

Und zwei Tage später saß ich dann bei über dreißig Grad auf der Terrasse meines Hotels in Köln und wartete auf ein weiteres großes Ereignis: die Premiere des zweiten Lotta-Films "Alles Tschaka mit Alpaka" in Köln. Und einen Tag später in Hamburg. Zusammen mit meiner ganzen Familie.

 

Eine ganz andere Welt. Ich konnte kaum glauben, dass ich zwei Tage zuvor zum Vulkan gelaufen war. Und doch waren beide Erlebnisse wahr, und beide waren phantastisch und sehr beglückend. So wie der Umstand, dass ich eine neue Freundin dazu gewonnen habe.

 

Nun bin ich wieder zurück in Island und auf dem Weg in den Norden. Am nächsten Montag beginnt mein Isländischkurs in Ísafjörður.

Und darauf freue ich mich auch schon. :)

 

 

 

 


 

 

Mehr Besuch

 

Nach zwei Nächten in Mosskógar ging es am 18. Juli nach Keflavík: Mein Sohn Jakob und seine Freundin Johanna waren auf dem Weg zu mir. <3

Zum Glück klappte alles, sie hatten eine gute Reise und kamen heil bei mir an.

Für beide war es der erste Island-Besuch. Natürlich wollte ich ihnen gleich ein bisschen von der schönen Landschaft zeigen.

Zunächst fuhren wir um den westlichen Zipfel der Halbinsel Reykjanes herum gen Süden. Unser erstes Ziel: Miðlína, die "Brücke zwischen den Kontinenten". Diese Fußgängerbrücke überspannt einen Riss zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte. 

 

Anschließend habe ich das Island-Feeling noch ein bisschen gesteigert, indem ich mit den beiden zur heißen Quelle Gunnuhver im Vulkansystem Reykjanes gefahren bin. Sie ist eine der heißesten Islands, was sie uns auch durch viel Zischen und Fauchen klargemacht hat.

Danach sind wir nur noch die Südküste entlang durchgefahren bis Stokkseyri, wo wir übernachtet haben. Wir waren alle müde, außerdem wurde das Wetter immer regnerischer.

 

Am nächsten Tag haben wir lange geschlafen und uns in Ruhe fertig gemacht, bevor wir aufgebrochen sind: weiter in Richtung Osten.

Unser erster Stopp waren die Wasserfälle Gljúfrabúi und Seljalandsfoss. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt noch mäßig, aber das war egal: Wir wurden sowieso nass. Auch bei bestem Wetter kommt man bei diesen beiden Wasserfällen nicht trocken davon.

Dann ging es weiter zum Skógafoss, dem wir uns aber nur von unten genähert haben, und schließlich haben wir noch einen Abstecher zur Gletscherzunge Sólheimajökull gemacht, die zum Mýrdalsjökull gehört.

 

Bevor wir in Vík übernachtet haben, haben wir noch ein Essen in der Ströndin Bar gegönnt.

Und dann klarte das Wetter auf.

 

Am nächsten Morgen konnten wir bereits im Freien frühstücken, den Platz um die Kirche oberhalb des Ortes hatten wir kurz darauf für uns allein. Also, zumindest, bevor der dänische Reisebus dort hielt.

Natürlich stand anschließend wieder der schwarze Strand von Reynisfjara auf dem Programm, und was soll ich sagen: Ich war zum dritten Mal dort, und jedes Mal wird das Wetter etwas besser! Wir haben die Wärme des schwarzen Sandes genossen und das ruhige, sonnige Wetter. Danach haben wir den phantastischen Ausblick vom Dýrhólaey genossen: übers Meer, über den endlosen schwarzen Strand und den fast wolkenlosen Mýrdalsjökull, der weiß in der Sonne gleißte und glänzte.

Als wir an diesem Tag wieder am Skógafoss vorbeikamen, haben wir die Treppe rechts davon erklommen und sind oben ein Stück am Fluss entlang gelaufen.

 

Unser Ziel für den heutigen Tag war Flúðir. Wir konnten am Picknicktisch vor dem Bulli Abendbrot essen, danach haben wir drinnen Skip-Bo gespielt. Und sind spät schlafen gegangen. Der Himmel war einfach zu blau, um früher ins Bett zu gehen.

 

Zwar war es am Morgen des 21. Juli bewölkt, aber trocken. Wir sind mittags zur "Gamla Laugin" gefahren, dem ältesten Thermalbad Islands mit seinen dampfenden Quellen und dem kleinen "Litli Geysir", der alle paar Minuten ein bisschen eskaliert, und haben das Wasser genossen, das zu warm ist, um sich viel im Becken zu bewegen. Danach wollten wir zum Gullfoss und zum Geothermalgebiet Haukadalur fahren, also zum Geysir und zum Strokkur.

 

Leider kamen wir dort nicht an. Siebzehn Kilometer hinter Flúðir sind wir mit dem Bulli liegengeblieben: Radlagerschaden. Die schöne Flusslandschaft konnten wir in den zweieinhalb folgenden Stunden nicht wirklich genießen. Über den ADAC und sein isländisches Pendant wurde uns ein Automechaniker aus Flúðir vermittelt, der uns und den Wagen schließlich abholte.

An seiner Werkstatt angekommen, packten wir jeder ein Täschchen und machten uns auf die Suche nach einem Zimmer für die Nacht - doch alles war belegt. Schließlich strandeten wir im "Hótel Flúðir", zunächst in der Lobby, um noch etwas herumzutelefonieren, schließlich haben wir dort gegessen. Die beiden netten Damen hinter der Rezeption bekamen unsere Not mit und versuchten zu helfen, eine der beiden hätte uns sogar an dem Abend noch bis nach Selfoss gefahren - fünfzig Kilometer entfernt - doch uns wurde irgendwann klar: Wir würden im Bulli übernachten müssen.

 

Zum Glück hat unser Mechaniker den Wagen an dem Abend noch so weit reparieren können, dass wir damit zumindest bis zum Campingplatz fahren konnten.

 

Am nächsten Morgen tat sich ein weiteres Problem auf: Das Teil, das der Mechaniker noch brauchte, um den Bulli reparieren zu können, war in Island nicht zu bekommen. Also war auch mein Werkstattmeister zu Hause wieder am Rotieren, um es zu organisieren und zu einem horrenden Preis per Express zu verschicken.

Währenddessen hatte der hiesige Automechaniker mir einen Leihwagen organisiert: einen Hummer H2!

Ich wäre auch mit einem Kleinwagen zum halben Preis zufrieden gewesen, aber zumindest waren wir wieder mobil und außerdem: Wann hat man schon mal die Möglichkeit, einen Hummer zu fahren?

 

Und so machten wir uns am 23. Juli mit dem massiven SUV auf den Weg. Vorbei an der Stelle, an der wir zwei Tage zuvor liegengeblieben waren erreichten wir an diesem Tag den Gullfoss. Das Wetter war gut und wurde immer besser.

Da Jakob gern mal das Hochland sehen wollte ... und da wir ein hochlandtaugliches Auto hatten ... und da wir sowieso schon an der Straße Nummer 35 waren, die in ihrem weiteren Verlauf zur Hochlandroute Kjölur wird, fuhren wir einfach weiter gen Norden und erreichten nach etwa fünfzehn oder zwanzig Kilometern eine Hochebene beim Berg Bláfjöll.

Jakob konnte sich kaum von der kargen Landschaft losreißen, vom baumlosen Weitblick in die Ferne und auf den Gletscher Langjökull.

Doch wir hatten ja noch ein Highlight vor uns: Das Geothermalgebiet am Geysir, wo wir auch noch einige Zeit verbrachten, da das Wetter bestens war.

 

Am folgenden Tag dann war bereits Sonntag. Wir sind nach Reykjavík gefahren, wo wir uns zunächst kurz im Konzerthaus Harpa umgeschaut haben, bevor wir über den Flohmarkt Kolaportið und dann durch die Innenstadt gelaufen sind. Abends haben wir bei "Vegan World Peace" gegessen, bevor wir wieder zurück nach Flúðir gefahren sind, wo Jakob und Johanna ihre Taschen gepackt haben. Am nächsten Tag sollte es leider schon wieder nach Hause gehen.

 

Und so habe ich die beiden am 25. Juli wieder nach Keflavík gefahren.

Trotz des noch immer nicht reparierten Schadens am Wagen hatten wir ausgesprochen schöne Tage gehabt, die wir gern noch etwas verlängert hätten ... aber das Flugzeug wartete nicht.

Auf dem Rückweg legte ich einen kleinen Zwischenstopp in Hveragerði ein, wo ich mir ein paar heiße Quellen (nur für die Augen) gönnte, bevor ich wieder zurück nach Flúðir fuhr und den Hummer abgab. Nicht, dass ich den Wagen nicht noch gern behalten hätte - aber er soff so beeindruckende Mengen an Benzin, dass es mir ein Bedürfnis war, ihn wieder loszuwerden.

 

Am nächsten Tag dann begann es zu regnen, und es regnete, bis der Campingplatz unter Wasser stand.

 

 

 

 


 

 

Vom Mývatn nach Húsavík

 

Mývatn, "Mückensee". Das klingt nicht unbedingt nach einem attraktiven Reiseziel, denn der See im Nordosten Islands trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Ich hatte mir vorsorglich schon in Deutschland einen Hut mit Krempe und ein Moskitonetz besorgt.

Zum Glück habe ich weder das eine noch das andere gebraucht.

 

Stattdessen habe ich mich vorher schon sehr auf dieses Ziel gefreut. Die Region um den flachen See mit den vielen kleinen Inseln, Pseudokratern und Vögeln ist nämlich geprägt vom Krafla-Vulkansystem, das noch sehr aktiv ist. Überall dampft und schwefelt es, überall stößt man auf Spuren vergangener Ausbrüche.

 

Als ich am 10. Juli meinen Campingplatz Vogar (mit Blick auf den Tuffkrater Hverfjall) erreichte, regnete es, sodass ich mich zunächst einmal an meinen Blog setzte. Doch am späteren Nachmittag beruhigte sich das Wetter, so dass ich noch zu Fuß zur Grjótagjá laufen konnte, zu einer kleinen Höhle, in deren Nähe man die geologische Verwerfungszone zwischen den Kontinentalplatten deutlich erkennen kann. Ein Riss zieht sich durch die Landschaft. Wenn man über ein paar Steine in die Höhle hinunterklettert, steht man direkt am dampfenden, türkis schimmernden See, in dem schon Jon Snow und Ygritte sich verlustiert haben. Was bei "Game of Thrones" jedoch möglich war, ist in der Realität nicht zu empfehlen, denn das Wasser ist ziemlich heiß. Abgesehen davon ist das Baden in der Höhle verboten.

 

Am nächsten Tag dann war es bedeckt, aber trocken, sodass ich mit dem Bulli die vulkanischen Hot Spots der Region aufsuchte. Direkt hinter dem Námaskarð-Pass, nur wenige Kilometer entfernt, liegt bereits das geothermale Gebiet Hverir ("Heiße Quellen") mit seinen blubbernden Schlammbecken und zischenden Fumarolen. Auch aus dem angrenzenden Berg Námafjall dampft es, überall sind weiße, gelbe und rote Flecken zu sehen.

Hverir ist schon beeindruckend, aber noch besser wurde es, als ich den Berg bestieg. Die Aussicht war einmalig, und ich bin mitten durch ein Hochtemperaturgebiet gelaufen - natürlich auf dem gekennzeichneten Weg. Hier oben waren auch kaum noch andere Leute unterwegs.

 

Wieder unten angekommen, hatte ich eigentlich schon genug getan für den Tag. Trotzdem fuhr ich noch ein Stück weiter, zum Vulkan Leirhnjúkur, der ebenfalls Teil des Krafla-Systems ist. Die letzte Ausbruchsserie fand erst im Zeitraum zwischen 1975 und 1984 (die sogenannten "Krafla-Feuer") statt, selbst auf Google Maps erkennt man den schwarzen Lavastrom, der das Land in diesen Jahren bedeckt hat.

Die Lava am Leirhnjúkur entgast noch immer, und sie ist warm - man läuft durch eine schwarze und dampfende Mondlandschaft. Noch nicht einmal Moose haben es geschafft, das erstarrte Gestein zu bedecken. Und der finster bewölkte Himmel hat sein Übriges getan, um die unwirkliche und düstere Stimmung zu unterstreichen.

Faszinierend!

 

Anschließend bin ich noch kurz zum Víti ("Hölle") gefahren, dem Krater, der bei einer Explosion im Jahr 1724 ganz in der Nähe entstand. Er ist mit türkis schimmerndem Wasser gefüllt. Da sich das Wetter allerdings mittlerweile zum Schlechteren entwickelt hatte, schimmerte nicht viel und ich blieb nicht lange dort.

 

Am nächsten Tag dann regnete es. Das war so angekündigt gewesen, also blieb ich auf dem Campingplatz, um das erste Kapitel der neuen Lotta zu schreiben. Es gab einen Aufenthaltsraum, es gab WLAN (wenn es auch nicht bis zum Bulli reichte) - ich konnte mich von den Anstrengungen des vorherigen Tages erholen.

 

Am 13. Juli dann war das Wetter wieder deutlich besser. Auch das war so angekündigt gewesen. Ich fuhr zu den ungewöhnlichen Lavaformationen von Dimmuborgir ("Dunkle Burgen"), die nicht weit entfernt lagen.

Vor etwa 2.300 Jahren sammelte sich nach einer großen Eruption Lava über einem kleinen See. Das Wasser begann zu kochen, Dampf stieg durch die Lava auf und bildete Säulen. Anschließend floss die Lava weiter Richtung Mývatn, die Kruste darüber brach zusammen, aber die bis zu zehn Meter hohen Säulen aus erstarrter Lava blieben zurück.

Heute kann man zwischen ihnen hindurchlaufen, und sie bilden teilweise die abenteuerlichsten Formationen, wie zum Beispiel Kirkjan ("die Kirche").

Die Sonne schien, und ich hatte die Kirche ganz für mich allein.

 

Danach sah ich mir ein paar Lavasäulen am Ufer bei Höfði an, bevor ich weiter am See entlang nach Skútustaðir im Süden des Mývatn fuhr. Dort gibt es auf einer kleinen Halbinsel zahlreiche Pseudokrater, die durch eine Dampfexplosion über einem Lavastrom entstanden sind. Auf Luftaufnahmen sehen sie grandios auf, wenn man sie zu Fuß erläuft, sind sie auch interessant, aber nicht ganz so spannend. 

Daher bin ich anschließend wieder zurück nach Höfði gefahren, habe auf einem anderen Parkplatz geparkt und bin durch eine Art Park gelaufen. Es gab viele Bäume, teilweise auch Blumen ... aber wirklich umwerfend war der plötzliche Ausblick auf weitere Lavasäulen, die im flachen Wasser vor der Halbinsel Kálfaströnd standen. Das ruhige Wasser schimmerte grünlich und spiegelte die schwarze und zerklüftete Lava - und wieder war es ganz ruhig, niemand anders hatte ausprobiert, wohin wohl der Pfad durch den Wald führen würde.

 

Anschließend musste ich aber endlich mal weiterfahren. Ich hatte heute noch ein Stück Weg vor mir!

 

Wieder schlug ich die Straße über den Námaskarð-Pass ein, vorbei an Hverir und durch eine einsame und öde Mondlandschaft. Dann bog ich von der 1 ab auf die Straße mit der Nummer 862, den sogenannten "Dettifossvegur". Er führt am Fluss Jökulsá á Fjöllum entlang, der auf seinem Weg über zahlreiche Felsen stürzt und Wasserfälle bildet. Der größte und bekannteste davon ist der Dettifoss, der als der gewaltigste und energiereichste Wasserfall Europas gilt. Unfassbare Wassermassen stürzen hier scheinbar im Zeitlupentempo in jeder Sekunde hinunter - und das sonnige Wetter gepaart mit Gegenlicht  sorgten für einen ständigen Regenbogen in der Gischt.

Ich konnte mich kaum satt sehen.

Nur etwa einen Kilometer vom Dettifoss entfernt liegt etwas flussaufwärts der Selfoss, der einen ganz anderen Charakter besitzt, da er nicht so tief fällt, dafür aber von einer viel breiteren Fläche aus in die Tiefe stürzt. Dadurch bildet er eine ganze Anzahl von kleineren Wasserfällen.

 

Vor dem angepeilten Campingplatz hatte ich noch einen weiteren Programmpunkt vor mir: Einige Kilometer flussabwärts liegen nämlich die fast unwirklich scheinenden Felsformationen Hljóðaklettar, ebenfalls direkt an der Jökulsá á Fjöllum. Nicht nur die phantastischen Formen der Felsen, auch die Struktur aus gedrehtem und gewundenem Basaltgestein waren kaum zu begreifen. Auch hier fand sich wieder eine Formation mit dem Namen Kirkjan - und auch an dieser Stelle war es leicht zu erkennen, aus welchem Grund sie den Namen erhalten hatte.

 

Nun aber genug gelaufen für heute. Nach fast 25.000 Schritten spürte ich, dass mir Corona noch immer in den Knochen saß und leise stänkerte. Daher bin ich an dem Tag nur noch in die Ásbyrgi-Schlucht gefahren, auf den dortigen Campingplatz.

 

Eigentlich wollte ich mir die hufeisenförmige Schlucht, die Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir hier hinterlassen haben soll, am nächsten Tag anschauen. Aber ich hatte Halsschmerzen und war schlapp. Außerdem war es nieselig und nass.

So bin ich lediglich mit dem Bulli zum kleinen See Botnstjörn gefahren, der umgeben von hohen Felswänden und vielen Bäumen ganz am Ende der Schlucht liegt.

Anschließend ging es weiter in Richtung Húsavík, über die Straße Nummer 85 und die Halbinsel Tjörnes, die immer wieder tolle Blicke übers Meer bot. Kurz vor Húsavík dann habe ich mich auf einen Rastplatz gestellt und aufs Wasser geschaut, über die Bucht Skjálfandi mit den hohen Bergen auf der gegenüberliegenden Seite. Und zwar um Wale zu sehen. Schließlich ist Húsavík die Walhauptstadt Islands! Ich habe gepicknickt und mir fest vorgenommen, so lange zu bleiben, bis ich einen echten Wal gesehen hatte. Am besten einen springenden Buckelwal!

 

Ich sah Wal-Beobachtungsboote ein- und auslaufen und in Richtung der hohen Berge auf der anderen Seite verschwinden, weg von mir. Und was soll ich sagen: nicht die kleinste Flosse, kein Blas ... nicht mal ein Schweinswal. Da habe ich ja an der Ostsee schon größere Erfolge erzielt.

 

In der Zwischenzeit war das Wetter besser geworden, in Húsavík kam sogar langsam die Sonne heraus. Trotzdem bin ich erst mal ins Walmuseum gegangen, in dem man alles Wissenswerte über Wale erfährt und sich zahlreiche Skelette gestrandeter Wale anschauen kann.

Sogar ein ausgewachsener Blauwal liegt dort, auf dem Rücken, so, wie man ihn gefunden hat.

Doch da mein Corona-Schwindel wieder anklopfte, bin ich anschließend nur noch auf den Campingplatz gefahren.

 

Am 15. Juli blieb ich bis gegen Mittag auf dem Campingplatz. Das Wetter war herrlich, ich saß in der Sonne und konnte mich kaum dazu aufraffen, weiterzureisen. Anschließend fuhr ich noch einmal zum Hafen hinunter. Ein Kreuzfahrtschiff hatte angelegt, blau und riesig hinter den alten Holzbooten, die täglich die Touristen hinaus zu den Walen fahren (die es hier ja gar nicht gibt, wie ich am Vortag festgestellt hatte ...).

Selbst die Berge auf der anderen Seite des Skjálfandi mit ihren zahlreichen Schneefeldern waren heute klar zu erkennen.

 

Und dann machte ich mich auf den Weg gen Süden, wieder über Akureyri (wo gleich mehrere Kreuzfahrtschiffe lagen). Die Sonne schien und in drei Tagen würden mein Sohn Jakob und seine Freundin Johanna in Island ankommen.

Ich freute mich schon darauf, sie in Keflavík in Empfang zu nehmen. <3

 

 

 

 


 

 

In den Norden

 

Eine Woche lang im Bulli gelebt, gegessen, geschlafen, gearbeitet. Ab und zu mit Maske die Waschräume aufgesucht. Und irgendwann ging es mir dann wieder so gut, dass ich kleinere Spaziergänge machen konnte. Dann sogar einen größeren: Am 29. Juni bin ich einmal um die Hópsnes-Halbinsel gelaufen, die vom Campingplatz aus gut zu Fuß zu erreichen ist. Lava, Schiffswracks, Hausruinen ... ein orangener Leuchtturm. Pferde, Vögel, Schafe. Der Weg war viel zu weit für mich, noch war ich positiv und Corona steckte mir in allen Gräten ... aber ich war langsam unterwegs und die Sonne schien mir auf den Buckel.

Trotzdem: Am 30. Juni wollte ich endlich mal wieder weiter! Leider hingen die Wolken tief, die Sicht war schlecht. Ich ließ es ruhig angehen. Erst am frühen Nachmittag brach ich auf. Zunächst einmal zum nächsten Supermarkt, denn Obst, Gemüse und andere frische Lebensmittel waren mir bereits vor mehreren Tagen ausgegangen. Und dann? Auf den "Happy Campers"-Campingplatz nach Keflavík? Oder lieber gleich nach Reykjavík? Oder ... oder noch weiter?

Tatsächlich bin ich bis Akranes gefahren.

Ich war wieder unterwegs - in Richtung Norden!

 

Am nächsten Tag führte mich die 1 durch eine ruhige Landschaft mit wenigen Höhepunkten. Nur in Bifröst bog ich zum nur mäßig besuchten Glanni-Wasserfall ab, wo ich ein paar Fotos schoss. Dann lief ich noch weiter zum kleinen Teich Paradísarlaut. Zumindest hoffte ich das. Ich wusste allerdings nicht, ob ich auf dem richtigen Weg war ... Niemand außer mir war hier unterwegs, kein Hinweisschild half mir bei meiner Suche. Bis mir eine Frau in meinem Alter entgegen kam und mich fragte: "Bist du Alice?"

Es war Angela aus dem Sprachkurs 2021 in Ísafjörður! Ich konnte es kaum fassen und habe mich riesig gefreut.

 

Den Paradísarlaut habe ich anschließend übrigens noch gefunden: Er ist entzückend und das Wasser sehr klar, türkis und verwunschen ... leider begann es zu regnen, während ich dort war.

Als ich später in Hvammstangi auf der Halbinsel Vatnsnes ankam, war das Wetter wieder schön. Der Campingplatz war auch schön.

Und mein Corona-Test hatte nur noch einen Streifen. Ha!

 

Am 2. Juli fuhr ich die Küste hoch. Zunächst zögerlich und bereit, jederzeit wieder umzukehren, denn die Piste ist in keinem besonders guten Zustand. Doch dann umrundete ich die ganze Halbinsel. Sah Robben in Illugastaðir und noch viel mehr Robben am bekannten Felsen Hvítserkur, der vor der Ostküste im Wasser steht und aussieht wie ein Elefant/Dinosaurier/Troll, der gerade seinen Rüssel/was auch immer ins Wasser steckt, um daraus zu trinken.

Über Blönduos bin ich zum Campingplatz in Skagaströnd gefahren und habe für zwei Nächte eingecheckt, da ich deutlich gemerkt habe, dass ich noch lange nicht fit bin und eine Pause brauche.

Allerdings ist Skagaströnd an einem Sonntag nicht sehr interessant, zumal das Wetter mal wieder nicht so dolle war. Nachmittags habe ich den Spákonuhof besucht, ein kleines Museum über die Wahrsagerin Þórdís. Da es anschließend zumindest trocken war, wollte ich an den Felsen am Hafen spazieren gehen, wurde aber von Krías attackiert und kam nicht weit.

Abends war das Wetter wieder schön.

 

Am Montag fuhr ich zunächst nach Sauðárkrókur zum Tanken und dann den Weg zum Grettislaug hoch, 14 Kilometer Schotterpiste. Ich hatte vor, in dem bekannten Hot Pot zu baden und eventuell auch auf dem einsam gelegenen Campingplatz direkt an der Küste zu übernachten.

Doch dann bin ich nur spazieren gegangen, an einem Strand, der übersät war mit Treibholz. Wieder zurück am Campingplatz hatte ich meine Badetasche bereits gepackt, als ich feststellen musste, dass ich doch nicht baden wollte - zumal der Grettislaug 2.000 isk kostet. Es war grau und nieselig und die Nachwehen von Corona haben mich runtergezogen. Meine Psyche war genau so angeschlagen wie mein Körper.

 

Daher bin ich wieder Richtung Süden gefahren, wieder über Sauðárkrókur bis zum Museumshof Glaumbær. Langsam wurde das Wetter freundlicher und ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Anschließend besuchte ich noch die alte Grassodenkirche Víðimýrarkirkja hinter Varmahlið, bevor ich nach Hofsós gefahren bin.

Sonne, Wolken, schönes Licht. Genau das, was ich jetzt gebraucht habe.

Auf dem Campingplatz war ich fast allein.

 

Für den nächsten Morgen hatte ich mir das bekannte Schwimmbad in Hofsós vorgenommen, das direkt oberhalb des Wassers liegt. Und ich hatte Glück: Das Wetter war wunderbar und der Blick über den Skagafjörður und auf die Berge  gegenüber einmalig. Das Schwimmbecken war 31°C warm, der Hot Pot noch deutlich wärmer. Hach. Jetzt fehlten nur noch die springende Buckelwale ...

Anschließend bin ich noch ein bisschen an der Küste unterhalb des Schwimmbads herumgelaufen, die aus zahlreichen Basaltsäulen besteht, bevor ich mir den Hafen angeschaut habe.

Dann fuhr ich weiter, die Halbinsel Tröllaskagi hoch. Hielt bei Þórðarhöfði, einer Insel, die durch eine lange Landzunge mit dem Festland verbunden ist. Dann an einer weiteren Landzunge am Miklavatn.

 

Die Landschaft war traumhaft schön, hohe Berge, viel Wasser, bestes Wetter.

 

Kurz vor Siglufjörður musste ich durch einen einspurigen Tunnel fahren (natürlich mit Haltebuchten), bevor ich in der nördlichsten Stadt Islands ankam. Der Campingplatz liegt mitten im Ort, am Hafen. Die Sonne schien noch immer, und ich bin erst einmal kreuz und quer durch die Gegend gelaufen und habe Fotos geschossen, bevor ich im "Torgið" eine Pizza gegessen habe.

 

Auch am nächsten Tag war strahlender Sonnenschein. Ich habe einen langen Spaziergang gemacht, sogar hoch zu einem der Lawinenschutzwälle oberhalb des Ortes. Dann habe ich mich vor meinen Wagen in die Sonne gesetzt, mit Blick auf den Hafen.

Langsam bezog der Himmel, was ich fast als angenehm empfand, denn die Sonne war sehr intensiv, trotz Hut und Sonnencreme.

Doof, oder?

 

Für den 7. Juli war nämlich schlechtes Wetter angekündigt. Und es war auch wirklich mies. Es hat den ganzen Tag geregnet und der Wind war so stark, dass ich mich dafür entschieden habe, noch nicht weiterzufahren. Stattdessen bin ich zum Heringsmuseum gelaufen. Siglufjörður war über Jahrzehnte die Heringshauptstadt Islands, dieser Ort, der die längste Zeit seines Bestehens über nur übers Wasser zu erreichen war, da er von hohen Bergen umgeben ist. Doch Ende der sechziger Jahre war es vorbei mit dem Boom, es gab keinen Hering mehr.

Das Museum erzählt sehr interessant von den Zeiten, als die Menschen ihr Glück hier oben im Norden suchten.

 

8. Juli. Die Wolken hingen noch immer tief, aber das Wetter war schon wieder deutlich besser. Ich fuhr nach Akureyri - zunächst wieder durch mehrere Tunnel, der letzte erneut einspurig, dann die Küste entlang. Schon wieder keine Wale.

Am Ortseingang von Akureyi habe ich bei Bónus eingekauft. Später dann habe ich den Campingplatz in der Stadt gesucht, den es aber offensichtlich nicht mehr gibt. Also fuhr ich weiter nach Hamrar, südlich von Akureyri. Der dortige Campingplatz ist sehr groß, allerdings in sehr viele kleine, gemütliche Bereiche eingeteilt. Ich war umgeben von auffällig vielen Familien mit Kindern.

 

Abends um halb elf bekam ich die ersten Glückwünsche. In Deutschland war es bereits zwei Stunden später.

 

Und gestern dann war der 9. Juli. Mein Geburtstag. Eigentlich hätte ich Besuch haben sollen ... stattdessen hatte mich Corona heimgesucht. Doch ich habe lange mit meiner Familie gezoomt und von allen Seiten wurde ich mit lieben Wünschen eingedeckt. Das Wetter war freundlich - und es sollte der wärmste Tag werden, seitdem ich in Island bin: 19°C!

Zunächst fuhr ich in den Botanischen Garten, anschließend schaute ich mir das Nonnahús an: das kleine, schwarze Häuschen, in dem Jón Sveinsson als Kind mehrere Jahre lang mit seiner großen Familie gelebt hatte. Später hatte er die "Nonni"-Bücher geschrieben, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Den Geschichten liegen seine eigenen Abenteuer zu Grunde, denn "Nonni" war als Erwachsener nicht nur Priester, sondern auch ein weit gereister Mann - der in Köln starb und auch dort beerdigt wurde.
Anschließend bin ich durch die Stadt gelaufen und habe mir einen Möhrenkuchen im Café "Bláa Kannan" gegönnt.

Ein schöner Tag.

 

Heute dann bin ich Richtung Mývatn weitergefahren. Am Goðafoss hingen die Wolken tief, in beeindruckenden, schweren Wellen, die nach Schlechtwetter aussahen. Ich war noch nicht wieder im Auto, als es zu regnen begann.

 

Trotzdem: Mývatn! Ein vulkanisch sehr aktives Gebiet wartet auf mich, in dem es viel zu gucken und zu erlaufen gibt. 

Ich freue mich!

 

 

 

 


 

 

Besuch

 

Am 17. Juni um 00.10 Uhr flog mein erster Besuch ein: meine liebe Freundin Karin und ihre Tochter Carlotta. Fünf Tage zu dritt im Bulli. Ich war sehr gespannt. Und habe mich sehr gefreut!

 

Auf dem Weg zum Flughafen nach Keflavík testete ich schon mal die Buchhandlung "Bókabúð Forlagsins" im Hafengebiet von Reykjavík. Sie hatten zwei Exemplare der isländischen Lotta da. Sehr lobenswert. Ich kann diese vorbildliche Buchhandlung nur weiter empfehlen!

 

Anschließend fuhr ich (mit Umweg über die Landzunge Seltjarnarnes - war keine Absicht, ich habe mich nur verfahren) auf die Halbinsel Reykjanes hinaus und - zu müde für weitere Besichtigungen - ganz in den Nordwesten zum Leuchtturm von Garður.

 

Nach einem kleinen Nickerchen brach ich schließlich zum Flughafen auf. Leider regnete es inzwischen Bindfäden.

Karin und Carlotta kamen etwas verspätet, da sie erst den Duty-Free-Shop leerkaufen mussten. Das Bier wird mir zumindest so schnell nicht  ausgehen. ;)

Wir sind nur noch zum Campingplatz Grindavík gefahren, wo wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben.

Ich habe oben im Aufstelldach geschlafen. Geht.

 

Überhaupt geht es zu dritt im Bulli. Vermutlich zwar nur, wenn es auch mit den Leuten passt und wenn man immer wieder "sturmfreie Bude" zum Umbau hat - aber mit uns dreien klappte es ganz vorzüglich!

 

Als wir an diesem 17. Juni wieder aufstanden, hatte sich auch der Regen gelegt. Es war aufgelockert bewölkt, teilweise sonnig - bestes Islandwetter!

Nach einem Frühstück im Aufenthaltsraum brachen wir dann auf, an der Südküste von Reykjanes entlang gen Osten. Wir waren geflasht von der schönen und tatsächlich abwechslungsreichen Lavalandschaft und legten einen ersten Stopp bei Krýsuvíkurberg ein, um Papageitaucher zu sehen. Die soll es dort nämlich geben. Allerdings kommt man überhaupt nur an wenigen Stellen in die Nähe der Küste: Die Felsen sind zu hoch und zu steil, um daran entlang zu laufen. Also keine Papageitaucher.

Anschließend haben wir uns das Hochtemperaturgebiet Krýsuvík erlaufen und uns den nahe gelegenen See Grænavatn angeschaut. Leider fehlte gerade die Sonne, sodass wir seine intensiv blaugrüne Farbe nur erahnten konnten.

 

Weiter. In Selfoss haben wir getankt und uns verfahren, in Hvolsvöllur dann Burger gegessen.

Leider hatten wir inzwischen festgestellt, dass der Campingplatz Hamragarðar, auf dem wir unsere Nacht verbringen wollten, dauerhaft geschlossen war. Dabei wollten wir doch Carlottas Wunsch erfüllen: Durch den Seljalandsfoss hindurch die Mitternachtssonne fotografieren ... Anschließend hätte sich der benachbarte Campingplatz perfekt angeboten.

 

Egal. Wir sind trotzdem weitergefahren. Und standen (nach einer Stippvisite am Gljúfrabúi) tatsächlich um zehn Uhr abends möglichst wasserdicht verpackt hinter dem Wasserschleier des Seljalandsfoss. Und dann kam wirklich die Sonne durch und es wurde märchenhaft. Was für eine besondere Stimmung!

 

Überhaupt war das Licht auch anschließend noch schön, der Himmel umwerfend mit seinem Wechsel aus Sonne und gewaltigen Wolkenformationen. Daher fuhren wir bis nach Vík weiter. Kurz vorher wollten wir noch zum Dýrhólaey abbiegen, um spätabends und mutterseelenallein alle Papageitaucher für uns zu haben. Aber Dýrhólaey ist momentan ab neunzehn Uhr als Vogelschutzgebiet gesperrt, daher kamen wir nur bis an eine Schranke heran.

 

Um Mitternacht dann saßen wir vorne im Bulli, auf dem Campingplatz in Vík, tranken ein Dosenbier (das gute mit der Kuh) und freuten uns unseres Lebens.

 

Und am nächsten Tag ging es so weiter. Bei traumhaftem Wetter besuchten wir den schwarzen Reynisfjara-Strand. Am Solheimasandur allerdings war extrem starker Wind, der mich dazu zwang, langsamer zu fahren. Auch am Skógafoss waren wir nicht geschützter und schon gar nicht, nachdem wir die Treppe hochgelaufen waren, damit ich Karin und Carlotta zeigen kann, wie schön es dort oben ist.

Ja, es war schön - aber wir konnten uns kaum vorwärts bewegen. Nicht die beste Voraussetzung, um an einer Schlucht entlang zu laufen. Also wieder runter und zum Seljavallalaug.

 

Hier war es tatsächlich besser. Das alte Schwimmbad liegt ja in einem weiten Tal, und die Berge schienen den Sturm abzuschirmen.

Leider war das Wasser noch deutlich kälter als neulich. Das war allerdings nicht so schlimm, da es ansonsten sonnig und warm war.

 

An diesem Tag suchten wir den Campingplatz Úlfsljótsvatn auf, wunderschön gelegen südlich des Þingvallavatn - allerdings wurden wir von den Gnitten gefressen. Den Campingplatz hatten wir unter anderem wegen des Aufenthaltsraums gewählt, denn es sollte den ganzen nächsten Tag regnen.

Was es auch tat. Und so richteten wir es uns gemütlich dort ein, um zu arbeiten und Canasta zu spielen ...

 

Das war zumindest unser Plan. Doch da wussten wir noch nichts von Frisbeegolf. Offensichtlich DIE Sportart unter Wikingern - und genau heute war ein Turnier. Mit Grillen.

Leider verschlug es die Wikinger aufgrund des Wetters nach drinnen, wo sie dann ihr Grillfest abhielten und sehr viel Dreck und Nässe hinterließen, als sie wieder verschwanden. Unsere dezenten Hinweise auf das Schuhverbot in diesem Raum wurden großzügig ignoriert.

 

Frisbeegolf. Fast hätte ich es gemocht.

 

Zum Glück war das Wetter am 20. Juni wieder deutlich besser. Nach einem Schlenker über den Kerið-Krater mit seinem türkisen Kratersee ging es weiter Richtung Norden: am Þingvallavatn vorbei die 550 hinauf und dann links ab auf die Schotterpiste 52, also die Strecke, die ich bereits einmal gefahren war. Wieder machten wir natürlich Halt am Krosslaug, und auch wenn es kaum möglich scheint: Das Wetter war heute sogar noch schöner und wärmer als neulich! Und die meiste Zeit über hatten wir die heiße Quelle für uns allein.

 

Aber wir hatten noch ein weiteres Highlight vor uns: den "Troll"-Campingplatz Fossatún, wunderschön gelegen zwischen Hügeln und einem Fluss, der sich an genau dieser Stelle sehr ausladend und malerisch über ein paar Stromschnellen ergießt.

Dort haben wir gegessen - mit Blick auf Berge und Fluss. Anschließend sind wir den "Troll-Pfad" zwischen Lupinen entlang gelaufen, haben ein paar neue Sagen kennengelernt und uns von der bösen Trollmutter Grýla in den Kochtopf stecken lassen. Und schließlich waren wir auch noch im Hot Pot. Mit Víking-Bier. Und Blubber.

Frábært!

 

Und dann haben wir uns um 2.20 Uhr wecken lassen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Dazu sind wir an einen spiegelglatten und von Nebelschwaden überzogenen See gelaufen, von dessen Existenz wir vorher noch gar nicht gewusst hatten. Die Nacht war wunderschön und klar, die aufgehende Sonne tauchte alles in rosa Licht. Nur der Sonnenaufgang selbst wurde von Wolken verdeckt. Außerdem war es sehr kalt, so dass ich anschließend sehr lange gebraucht habe, um wieder einzuschlafen.

 

Nach der klaren und ruhigen Nacht hätte es wettermäßig gern so weitergehen können. Doch am nächsten Tag regnete es schon wieder fast durchgehend und das bei Starkwind. Daher wählten wir in Reyjkavík, wo wir irgendwann landeten, die Indoor-Aktivitäten "Bókabúð Forlagsins" und "Kattakaffihúsið", von wo Carlotta am liebsten eine Katze mitgenommen hätte.

Dann haben wir noch einen Schlenker über das "Sólfar"-Schiff sowie das Konzerthaus Harpa gemacht, bevor wir zum Mathöll Höfða gefahren sind, Bowls essen. 

 

Und dann ging es, mit einem kleinen Umweg über die "Blaue Lagune" (nur zum Gucken) zurück zum Flughafen in Keflavík, von wo aus Karin und Carlotta wieder nach Hause geflogen sind.

 

 

Ich bin erneut nach Grindavík gefahren. Und dort bin ich noch immer. Eigentlich würde meine liebe Freundin Sinje heute hier ankommen. Wir haben uns schon sehr darauf gefreut, hier ebenfalls eine schöne Zeit miteinander zu verbringen.

Leider habe ich am 23. Juni gemerkt, dass ich krank werde. Und am 25. dann war der Test positiv: Covid 19. Da Karin gleichzeitig erkrankt ist, haben wir uns wohl gemeinsam angesteckt. Ich will es ja jetzt nicht den Frisbeegolfern in die Schuhe schieben, obwohl ... die bieten sich einfach als Schuldige an. Andskotans!

 

So sind wir jetzt damit beschäftigt, das blöde Virus auszukurieren. Ich sitze gewissermaßen im Bulli in Quarantäne. Gewissermaßen, weil es hier in Island keine Corona-Maßnahmen mehr gibt - aber natürlich halte ich mich trotzdem möglichst fern von anderen Menschen.

Mein erster Versuch, mich freizutesten, ist heute Morgen noch fehlgeschlagen. Vielleicht morgen.

 

Aber es sieht nicht so aus, als ob Sinje noch kommen könnte. Sie kann nicht umbuchen ... Mit der Lufthansa ist keine Kommunikation möglich, auf welchem Wege auch immer. Sie probiert es schon seit Tagen.

 

Das ist sehr, sehr schade.

 

 

 


 

 

Snæfellsnes

 

Die Küstenseeschwalbe heißt auf Isländisch "Kría". Dieser Name ist nicht nur ökonomischer als der deutsche, er entspricht auch ziemlich genau dem Kreischen, mit dem sich der hübsche, filigrane Vogel auf den harmlosen Spaziergänger stürzt, der seinem Gelege zu nahe kommt. Leider brütet er am liebsten im Gras direkt neben stark frequentierten Wegen, so dass Kría-Angriffe momentan kaum zu vermeiden sind. Zum Glück lassen es die Vögel nicht darauf ankommen, auf Tuchfühlung zu gehen. Aber gezielte Schreie direkt neben dem Ohr und versuchte Kack-Attacken werte ich dennoch als Angriff, die in mir schon manchmal den Kinski durchkommen lassen.

 

Snæfellsnes. Oft beschrieben als "Island im Kleinformat" und auf jeden Fall wunderschön. Den am Ende der langgestreckten Halbinsel liegenden Gletschervulkan Snæfellsjökull kann man bei klaren Wetter schon von Reykjavík aus sehen; ich habe ihn zumindest von Borganes aus erspäht. 

Auch am 11. Juni war die Sicht gut und den ganzen Weg an der Südküste entlang lag die Eiskappe des 1.446 Meter hohen Gletschers vor mir.

Höhepunkt des Tages: mit Sicherheit die Küste bei Ytri Tunga. An dem felsigen Strand tummeln sich außer zahlreichen Seehunden und Kegelrobben auch unzählige Seevögel mit ihren Küken sowie Touristen aus aller Welt. Man braucht allerdings nicht weit zu laufen und muss nur wenige Felsen überwinden, um dem Pulk zu entfliehen und in Ruhe die Seehunde beobachten zu können, die neugierig und aus nächster Nähe zurückgucken.

 

Die anschließende Weiterfahrt führte mich zur viel fotografierten kleinen, schwarzen Kirche von Búðir und der Felsenschlucht Rauðfeldargjá - vergleichbar mit dem Wasserfall Gljúfrabúi am Seljalandsfoss, nur mit weniger Wasser. Dafür kann man tiefer hineinklettern, wenn man will. Ich wollte aber nicht und bin stattdessen zum Campingplatz Arnarstapi gefahren.

 

Dort bin ich auch am nächsten Tag geblieben, um mir die Küste zu erlaufen, die von unfassbar spektakulären Felsformationen gesäumt ist. Schon am Hafen von Arnarstapi ragen im Uferbereich zahlreiche Felsnadeln aus Basaltgestein in die Höhe, im weiteren Verlauf trifft man auf Schluchten und Höhlen und Inseln und auf den bekannten Felsbogen Gatklettur. Überall Basaltsäulen, stehende, liegende, verdrehte, abgebrochene. Und unter dem etwas verhangenen Himmel bei meiner ersten Tour am Vormittag vermutlich noch beeindruckender als bei strahlendem Sonnenschein.

 

Am nächsten Tag dann Regen. Ich blieb zum Arbeiten in Arnarstapi.

 

Am 14. Juni ging es weiter. Schon wenige Kilometer hinter Arnarstapi sieht man die Lóndrangar hoch aufragen: zwei Felsnadeln, die die ohnehin felsige Küste noch einmal weit überragen. Ich wollte zum Leuchtturm von Malarrif laufen, aber auf Höhe der Lóndrangar begann es stärker zu regnen, außerdem war es sehr windig ... Ich bin wieder umgekehrt.

Etwa zehn Kilometer weiter kam ich zum Djúpalónsandur. Das Wetter hatte sich wieder beruhigt, und zwischen schwarzen Felsen lief ich hinunter zum schwarzen Strand, an dem rostige Wrackteile des britischen Trawlers "Epine" liegen, der hier 1948 an den Felsen zerschellte und sank. Diese rostigen Fragmente gehören mit zum Nationalpark Snæfellsjökull und dürfen nicht entfernt werden - aber noch sehenswerter war ohnehin die enorme Brandung, die sich am Strand brach und an den Felsen aufschäumte.

 

Natürlich war ich nicht die Einzige an diesem schönen Ort: Als ich zurück zum Parkplatz kam, war er von Reisebussen so zugeparkt, dass ich meinen Platz zunächst nicht verlassen konnte. Aber egal, dann bin ich eben noch eine Runde gelaufen. Inzwischen drängten auch zahlreiche Senioren durch die Felsen an den Strand, unter anderem ein älterer Herr mit Rollator. Keine gute Idee. ;)

 

Als ich mich dann endlich aus meiner Parklücke befreien konnte, fuhr ich an der Westküste von Snæfellsnes entlang zum Krater Saxhóll, den ich über eine Eisentreppe bestieg. Leider regnete es inzwischen wieder stärker, so dass ich, oben angekommen, nicht einmal den Snæfellsjökull sehen konnte. Davon abgesehen war es sehr windig, so dass ich schnell den Rückweg antrat.

 

Ich entschied mich für den Campingplatz Ólafsvík anstelle von Hellissandur - was eventuell ein Fehler war, da ich auf Grund eines Tipps am nächsten Tag wieder die paar Kilometer nach Hellissandur zurückfuhr, um mir die Street-Art-Werke internationaler Künstler anzuschauen, die dort auf zahlreichen Gebäuden zu sehen sind. Das Licht war teilweise phantastisch, da das Wetter zwischen schwarzen Wolken und Sonnenschein pendelte - und darüber hinaus blieb es (die meiste Zeit über) trocken.

 

Das war am Kirkjufell nicht der Fall. Daher verbrachte ich nicht allzu viel Zeit an einem der meistfotografierten Motive Islands - dem pyramidenförmigen Berg mit dem Wasserfall davor. Das falsche Wetter, die falsche Tageszeit ... Als es begann, stärker zu regnen, machte ich mich wieder auf den Weg.

Und zwar auf den Weg Richtung Süden. Denn schon in der übernächsten Nacht erwartete ich Besuch, den ich am Flughafen Keflavík abholen wollte.

 

Nach einer letzten Stippvisite in der Berserkjahraun - über eine Piste, die durch diese beeindruckende und schöne Lavalandschaft führt - machte ich mich auf in Richtung Reykjavík, wo ich auf dem Campingplatz Mosskógar landete.

 

Ein unwahrscheinlicher Regenbogen begrüßte mich wieder im Süden.

 

 

 

 


 

 

Golden Circle und weiter nach Nordwesten

 

Nach den Westmännerinseln konnten mich die Campingplätze in Hvolsvöllur und Árnes nicht so recht überzeugen: kein WLAN, keine Dusche ... stattdessen Regen. Der hält aber glücklicherweise in Island nie lange an, und so konnte ich am 1. Juni mit neuem Datenvolumen den Weg zur Straße Nummer 32 einschlagen, den Vulkan Hekla fest im Blick. Irgendetwas braute sich über seinem Gipfel zusammen - aber vermutlich war es nur schlechtes Wetter.

 

Der Wasserfall Hjálparfoss mit seinen ihn umgebenden Felsen aus wild gewordenen Basaltsäulen lag fast direkt an der Straße und war gut zu erreichen. Für den Schluchtenbewohner Gjáin hingegen musste ich einige Kilometer auf der Schotterpiste 327 zurücklegen. Zunächst erreichte ich die ausgegrabenen Fundamente des wikingerzeitlichen Gehöfts Stöng, das vermutlich bei einem Ausbruch der Hekla im Jahr 1104 unter Asche begraben wurde. Anschließend legte ich noch einen Fußmarsch über verschlungene Pfade zum Wasserfall Gjáin zurück. Nach der langen Tour hatte ich schon fast das Gefühl, dort zu sein, wo noch nie ein Reisender vor mir gewesen ist ... bis oben an der Piste ein roter Reisebus von "Reykjavík Excursions" hielt, aus dem Massen an Leuten strömten ...

 

Trotzdem: Der Gjáin war das Highlight des Tages, traumhaft gelegen in einer verwunschenen Schlucht voller verdrehter und gewundener Basaltsäulen.

 

Am nächsten Tag fuhr ich nach Flúðir. Und Flúðir ist vor allem für eines bekannt: die "Gamla Laugin" oder auch "Secret Lagoon", die schon seit Jahren nicht mehr sehr geheim ist. Ein alter Thermalpool in einem geothermisch aktiven Gebiet, das außer dem lebhaften "Litli Geysir" noch mehrere weitere Schwefeldämpfe produzierende heiße Quellen bietet. Und herrlich warm ist er!

 

Am 3. Juni dann ging es ins Haukadalur - zum Geysir! Schon aus etwa acht Kilometern Entfernung sah ich den Strokkur heißen Wasserdampf in die Luft schießen, dennoch habe ich ihn an dem Tag nicht mehr besucht - obwohl der Campingplatz direkt neben dem Hochtemperaturgebiet liegt. Aber es regnete mal wieder, und es hörte erst abends wieder auf.

Doch für den nächsten Tag hatte meine Wetter-App gutes Wetter angekündigt! Also stellte ich den Wecker auf fünf Uhr, um die ganzen heißen Quellen am frühen Morgen für mich allein zu haben.

 

Tatsächlich wachte ich bereits um viertel nach vier auf. Umso besser! Das Wetter war wirklich so gut wie versprochen - allerdings lagen die Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Also habe ich mich dick angezogen und bin losgelaufen. Es war magisch - und sehr kalt - und ich war wirklich (fast) die einzige Besucherin in diesen frühen Morgenstunden.

Später am Tag lief ich hoch zur Plattform oberhalb des Gebietes, nachmittags bekam ich Besuch von meiner Lektorin und ihrer Freundin. Zum Glück war es mittlerweile so warm geworden, dass wir vor dem Bulli im Gras Kaffee trinken konnten.

 

Am 6. Juni brach ich wieder auf und fuhr zum ganz in der Nähe gelegenen Wasserfall Gullfoss, einem der bekanntesten Islands.

Und so viele wunderschöne Wasserfälle es auch außerhalb der viel befahrenen Straßen an versteckten und schlecht zu erreichenden Orten gibt: Der Gullfoss ist schon verflixt beeindruckend!

 

Auf dem Weg nach Þingvellir machte ich anschließend noch einen Stopp im Ort Laugarvatn am gleichnamigen See. Dieser hat Badetemperatur (nein, nicht BadeWANNENtemperatur, aber man kann gut drin baden), weil es, vor allem im Uferbereich, einige warme Quellen gibt. Deshalb wird dort auch Brot gebacken, das unter kleinen Sandhaufen im schwarzen Sand vergraben wird. Man kann Brotback-Touren buchen, aber mir reichte es, die ganze Sache aus der Nähe anzugucken und die guten Schwefeldämpfe einzuatmen.

Neben dem bekannten Wellness-Bad Laugarvatn Fontana gibt es auch eine kleine heiße Quelle, Vigðalaug. In der darf man allerdings nicht baden. Das ist aber auch besser so, denn sie ist 67°C heiß ...

 

Am nächsten Tag dann war Þingvellir dran. Zunächst schaute ich den Tauchern in der glasklaren Silfra-Spalte beim Schnorcheln zu. Es gab mehrere Gruppen, die darauf warteten, in das zwei bis vier Grad kalte Wasser an der Nahtstelle zwischen der amerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte zu steigen. Mir reichte der Blick von oben.

Dann war der sowohl historisch als auch geologisch interessante Nationalpark Þingvellir dran, mit dem Wasserfall Öxarárfoss (im Nachtmodus kann man mit dem Handy tolle Langzeitaufnahmen machen!), dem Lögberg (auf dem während des Althing Recht gesprochen und debattiert wurde), der Almannagjá, der kleinen Kirche mit dem fünfgiebeligen Haus ... mit der weiten und von Wasserläufen und Lavafeldern durchzogenen Ebene.

 

Danach ging es weiter nach Nordwesten: über die asphaltierte 550 und die geschotterte 52. Hier machte ich einen Stopp am Krosslaug, dem am schönsten gelegenen Hot Pot bisher. Auf einer grasbewachsenen Lichtung an einem kleinen Hang - und richtig schön warm war er auch noch. Anschließend bin ich richtig gut durchgewärmt weiter nach Borgarnes gefahren.

Der dortige Campingplatz ist sehr einfach - aber ausgesprochen malerisch gelegen, direkt am Wasser.

 

Am 8. Juni dann bin ich über die Straßen 50 und 518 zunächst zum Deildartunguhver gefahren, der ergiebigsten Springquelle Islands (und sogar Europas - genau genommen ist es auch eine ganze Reihe von Springquellen), die zahlreiche Orte und Gewächshäuser beheizt. Anschließend dann nach Reykholt, wo Snorri Sturluson zu Beginn des 13. Jahrhunderts wohnte und wirkte und vermutlich die Snorra-Edda verfasste.

Und schließlich habe ich mir noch die Hraunfossar angeschaut, eine ganze Reihe von Wasserfällen, die auf einer Länge von 700 Metern  aus einem Lavafeld hervorsprudelt und den Fluss Hvítá hellblau färbt.

 

Heute dann habe ich mich weiter in Richtung der Halbinsel Snæfellsnes bewegt und nach dem Basaltkliff Gerðuberg eine heiße Quelle in der Nähe begutachtet, die allerdings nur lauwarm war - was mir beim heutigen Starkwind nicht für ein Bad reichte. Lieber habe ich mir vom Campingplatz Snorrastaðir aus durch einen isländischen Birkenwald, bestehend aus niedrigen Birkenbüschen (dazu fällt mir ein Witz ein: Was macht man, wenn man sich in einem isländischen Wald verläuft? - Ganz einfach: aufstehen ...) den Vulkankrater Eldborg erlaufen. Ich habe mich bemüht, nicht vom Rand hinuntergeweht zu werden, und konnte bis zum Gletscher Snæfellsjökull schauen (das konnte ich allerdings auch schon gestern von Borgarnes aus).

 

Inzwischen geht es auf 23.00 Uhr zu und ein warmes Abendlicht flutet den Campingplatz und die Berge am Horizont.

Morgen geht es weiter nach Snæfellsnes ...

 

 

 

 


 

 

Vestmannaeyjar

 

Es gibt wohl keine Region Islands, über die ich in langen Winternächten vor dem Kaminofen so viel gelesen habe wie über die Westmännerinseln. Ich habe in Bildern geschwelgt und mir Videos angeschaut - auch Originalaufnahmen von 1973, als in einer Januarnacht überraschend die Erde hinter dem einzigen Ort der Inseln aufriss und begann, Feuer zu spucken. Glücklicherweise konnten alle Einwohner der Insel Heimaey evakuiert werden. Viele kehrten nach einigen Monaten auch wieder zurück - doch ungefähr 400 Gebäude und einige Straßenzüge waren unter der Lava, unter Asche und Gestein begraben worden.

Eine unfassbare Art, sein Zuhause zu verlieren.

 

Schon als Kind hat mich ein Bericht inklusive der körnigen Schwarzweißbilder über die Geburt der Insel Surtsey im Jahr 1963 fasziniert. Die jüngste Insel des Planeten, einfach so aus Feuer und Rauch aus dem Meer geboren.

 

Mehr als alles andere wollte ich auf die Westmännerinseln! 

 

Die Westmännerinseln: durchschnittlich 240 Regentage im Jahr. Das südliche Ende Heimaeys, Stórhöfði, ist der windigste Ort Europas. Nichts außer Atlantik bis zur Antarktis hinunter.

 

Ich kam abends bei gutem Wetter an, und am nächsten Tag war es sogar noch besser. Blauer Himmel! Damit stand fest, was ich als erstes machen würde: Ich wollte auf den 200 Meter hohen Krater des Eldfell steigen, des Vulkans, der im Jahr 1973 entstanden ist.

Und dann war ich oben, und der Ausblick war noch viel besser als auf den vielen Bildern, die ich gesehen hatte. Ich konnte mich kaum satt sehen an den Farben, der Weite ... an den vorgelagerten Inseln Elliðaey und Bjarnarey mit dem Eyjafjallajökull am Festland, dessen Eiskappe in der Sonne leuchtete.

Noch immer gibt es im roten Lavagestein am Kraterrand kleine Höhlen, denen warme Luft entströmt.

Ich habe einige Zeit dort oben verbracht.

 

Anschließend fuhr ich an den Hafen, zur ehemaligen Verteidigungsanlage "Skansinn", wo unter anderem eine kleine norwegische Stabkirche steht. Und dann wieder zurück zum Campingplatz Herjólfsdalur, der sich idyllisch gelegen im Halbrund eines längst erloschenen Vulkankraters befindet.

 

Abends stand dann für mich noch ein besonderer Programmpunkt an: Auf Stórhöfði gibt es eine kleine Hütte zur Vogelbeobachtung, und ich hatte mitbekommen, dass die Papageitaucher, von denen es hier eine besonders große Population geben soll, erst abends von ihren Beutezügen zurückkommen und dann von dort aus gut zu beobachten sind.

Daher fuhr ich erst gegen 22.00 Uhr in den Süden der Insel - und hatte die Hütte für mich allein. Dafür teilte ich den Abend mit unzähligen Papageitauchern! Ich hatte diese Vögel übrigens noch nie zuvor gesehen ... und nun hatte ich gleich hunderte vor mir!

 

Ich blieb etwa eine Dreiviertelstunde ... Gegen elf schickte sich die Sonne an, so ganz langsam hinter dem Horizont zu verschwinden.

 

Am nächsten Tag war das Wetter noch immer schön. In einer sehr spontanen Aktion stieg ich den Kraterrand am Herjólfsdalur hoch, und mehr als einmal war ich versucht, umzudrehen, denn er war wirklich steil. Oben angekommen ging es an der anderen Seite genau so steil wieder hinunter. Ich lief trotzdem ein paar mutige Schritte in die eine und andere Richtung, bevor ich mich wieder an den Abstieg machte. Ich hatte gedacht, der Weg nach unten sei noch schlimmer ... aber wahrscheinlich hatte ich mich mittlerweile an die Höhe und Steile gewöhnt und war fix wieder im Tal. 

 

Und dann bin ich hinüber zur Küste und daran entlang gelaufen. Zur Linken einen enorm malerisch gelegenen Golfplatz, zur Rechten raue Felsen, an denen sich die Wellen brachen ... so wie zum Beispiel den "Elefantenfelsen", der aussieht, als würde ein Elefant seinen Rüssel ins Wasser tauchen.

 

Als ich wieder zurück war, zogen Wolken auf. Sehr tief schwebende, wattige Wolken, durch die die Sonne weiterhin hindurch schien und alles in ein unwirkliches Licht tauchte. Wunderschön!

Und trotzdem: Man konnte nicht mehr viel sehen. Daher war jetzt der richtige Zeitpunkt für das Museum "Eldheimar" gekommen.

Vor einigen Jahren hat man damit begonnen, ein paar Häuser freizulegen, die nicht unter der Lava, sondern "nur" unter Asche und Gestein verschüttet worden waren.

Eines der Häuser kann man in der Ausstellung von allen Seiten betrachten, auch einige Haushalts-Gegenstände sind noch vorhanden und liegen halb vergraben in der Asche.

Natürlich erfährt man auch alles andere über den Ausbruch vom 23. Januar 1973.

Die Ausstellung ist gut gemacht und sehr berührend, denn in einem Film sieht man auch die ehemalige Besitzerin des Hauses, die es erstmalig wieder betritt, nachdem es Jahrzehnte unter der Asche verschwunden war.

 

Auf Heimaey existieren eindeutig zwei Zeitrechnungen: vor 1973 und nach 1973.

 

Am 30. Mai dann das Wetter nicht mehr ganz so überzeugend, aber noch immer trocken. Ich habe erst lange geschrieben, dann bin ich nach Stórhöfði gefahren, um dort ein wenig zu laufen. Am windigsten Punkt Europas wehte lediglich ein laues Lüftchen, aber die enorme Höhe über dem Atlantik ließ mich lieber wieder nach unten und an den Strand "Klauf" zurückkehren.

 

Und gestern dann habe ich die Westmännerinseln wieder verlassen. Allerdings erst um 17.00 Uhr. Vorher war noch genug Zeit, um über das Lavafeld Kirkjubæjarhraun direkt oberhalb der Stadt zu laufen. Hier wurden zahlreiche Wanderwege und -pfade angelegt, auf denen man immer wieder auf Schilder trifft, denen man entnehmen kann, welche Straßen oder Gebäude sich an genau dieser Stelle unter der Lava befinden ... 20, 30 oder sogar 40 Meter tiefer. Eine unfassbare Vorstellung.

Dabei wird das Lavafeld aufgeforstet, abgesehen von den unzähligen Lupinen, die so langsam beginnen, blau zu blühen, wachsen hier mittlerweile auch schon zahlreiche kleine Bäumchen. Viel größer werden sie hier auch nicht. Aber sie geben diesem ehemaligen Wohnviertel ein neues Leben.

 

In der Buchhandlung "Penninn Eymundsson" habe ich mir noch ... nein, kein Buch, sondern einen Schokoladenkuchen und eine heiße Schokolade gegönnt. Dann hat es angefangen zu regnen, und mein Bulli und ich haben die Westmännerinseln wieder mit der Fähre "Herjólfur" verlassen.

 

Ganz bestimmt nicht zum letzten Mal!

 

 

 

 


 

 

Zwischen Skaftafell und Skógafoss

 

Der 20. Mai begann vielversprechend, die Sonne machte eine gute Figur im Kampf gegen die Wolken und zwang mich schon kurz nach der Abfahrt vom Campingplatz in Skaftafell zum ersten Fotostopp: Auf einem Parkplatz ragte ein verbogenes Brückenteil in die Luft, das eindrucksvoll zeigte, welche Kraft Wasser hat, wenn es entfesselt wird.

 

Am 1. Oktober 1996 brach die Erde zwischen den Vulkanen Grímsvötn und Bárðarbunga auf, die unter dem Gletscher Vatnajökull liegen. Der folgende Gletscherlauf schickte eine gewaltige Flutwelle ins Tal, über den riesigen Sander Skeiðarársandur, die alles mitriss, was sich ihm in den Weg stellte. Mit Eisbergen von mehreren hundert Tonnen ist nicht zu scherzen.

 

Mit dem isländischen Wetter auch nicht. Während es über dem Sander noch klar war, waren weiter westlich die Wolken an den Bergen hängengeblieben und regneten sich dort munter aus. Trotzdem nahm ich ein paar am Wegesrand liegende Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Kirkjubæjarklaustur mit, wie zum Beispiel die Basaltsäulen von Dverghamrar ... und langsam beruhigte sich auch das Wetter wieder.

 

Kirkjubæjarklaustur - ein Name wie eine Halskrankheit. Dabei bedeutet er doch nur "Kirchenortkloster". Auf den ersten Blick sieht der Ort mit seinen etwa 135 Einwohnern zwar aus wie Stulle, aber er hat eine Tankstelle und einen kleinen Supermarkt - und abgesehen davon einige wunderschöne Ecken abseits der Hauptstraße und außerdem eine interessante Geschichte: Ab 1186 existierte hier nämlich ein bekanntes Nonnenkloster, auf das noch immer Namen wie "Systrafoss" oder "Systravatn" (Schwestern-Wasserfall und Schwesternsee) hinweisen.

 

Außerdem hielt der Pfarrer Jón Steingrímsson hier am 20. Juli 1783 seine berühmte "Feuerpredigt" gegen die verheerenden Ausbrüche der Laki-Krater. Und tatsächlich wurde der Ort von der Lava verschont - dennoch starb in der Folge 80% des Viehbestands der Insel - und auch in ganz Europa gab es in den nächsten Jahren Dürren und Hungersnöte.

Aber ich schweife ab. 

 

Der schmale Pfad am Systrafoss hinauf zum Systravatn war steil, aber verwunschen ... Oben am See stand ein Kunstwerk, "das Goldene Trafohäuschen" oder so, und ich war ganz allein auf der hier oben nur noch leicht hügeligen Hochebene. Auf der anderen Seite des Berges dann lag ein weiterer Wasserfall, der "Stjórnafoss", und vor allem der "Kirkjugólf", der "Kirchboden": eine flache Ebene von etwa 80 qm, die aus den sechseckigen "Fliesen" abgeschliffener Basaltsäulen besteht, die einfach so mitten in einer Wiese aus dem Boden gucken. 

 

Der 22. Mai dann war ein Sonntag. Und zwar ein besonderer Sonntag: Meine Wetter-App hatte Sonnenschein angekündigt!

Daher stand ich früh auf und war schon vor acht Uhr und fast allein im Fjaðrárgljúfur, einer nur einen Kilometer langen, aber atemberaubenden Schlucht, nur wenige Kilometer von Kirkjubæjarklaustur entfernt.

 

Eigentlich wollte ich an diesem Tag nach Hólaskjól, einem wunderschönen, kleinen Campingplatz, der nur über eine Schotterpiste zu erreichen ist, und von dem ich nicht einmal wusste, ob er bereits geöffnet hatte. Er liegt in der Nähe der "Feuerschlucht" Eldgjá, die ich mir ebenfalls erlaufen wollte. Nachdem ich allerdings etwa fünfzehn Kilometer ins Landesinnere gefahren war, stand ich vor einer Straßensperrung. Also bin ich wieder zurückgefahren. Aber der Weg war sehr schön, den konnte man auch zweimal fahren. 

 

Dann eben Vík. Dort gibt es nämlich auch einen Supermarkt und eine Tankstelle und eine Kirche auf einem Berg, und wer das mit eigenen Augen sehen möchte, sollte sich auf Netflix die Serie "Katla" angucken. Auf dem Weg nach Vík machte ich noch einen Abstecher zum Inselberg Hjörleifshöfði, der wie eine Insel (die er ja auch mal gewesen ist) auf weiter Ebene liegt. Auf der Rückseite des Berges befindet sich eine Höhle, auf die ich top vorbereitet war - und so konnte ich im Baby-Yoda-T-Shirt Selfies vor der "Yoda-Höhle" machen.

 

In Vík blieb ich drei Nächte. Das Wetter war durchwachsen, teilweise hat es stundenlang geregnet und ich habe stundenlang geschrieben ... dann bin ich wieder am schwarzen Strand spazieren gegangen oder auf den Berg Reynisfjall geklettert, um von oben auf die markanten Felsnadeln Reynisdrangar und den schwarzen Strand Reynisfjara zu gucken ...

 

... die ich am 25. Mai dann auch persönlich besucht habe. Der Strand von Reynisfjara ist ein Touristenmagnet, nicht nur wegen der gewaltigen Brandung, sondern auch wegen der von Basaltsäulen umgebenen Höhle und dem Blick auf die Reynisdrangar. Das Wetter war gut und der Strand voll - zumindest in der Nähe der Felsen. Ein chinesisches Hochzeitspärchen ließ sich ablichten und so mancher Reisende holte sich nasse Füße - nicht umsonst ist der Strand auch unter dem despektierlichen Namen "Chinese Takeaway" bekannt: Immer wieder rollen einzelne Sneakerwellen den Strand hoch, deutlich weiter als ihre Vorgänger ... und so haben in den letzten Jahren schon mehrere Touristen hier den Tod gefunden, als sie ins Meer gerissen wurden.

 

Auch mir fiel es schwer, mich von den Wellen loszureißen, und trotzdem: Auf zum Dýrhólaey! Den markanten Felsen mit seinem Bogen konnte man schon vom Strand aus sehen ... und es gab noch zahlreiche Felsen mehr zu gucken und einen großartigen Weitblick nach allen Seiten. 

 

Es war schon später Nachmittag, als ich das Seljavallalaug aufsuchte, ein altes, in einem weiten Talkessel verstecktes Schwimmbecken, das von einer warmen Quelle gespeist wird. Das Wasser war etwas brackig und hätte wärmer sein können, und trotzdem: Seitdem ich diesen Pool das erste Mal im Internet gesehen hatte, wollte ich dorthin! Unbedingt! Und hier war ich nun, die Sonne schien auf die Berge um mich herum und ich wollte das Becken gar nicht mehr verlassen ... unter anderem auch deshalb, weil es draußen kalt war. ;)

 

Anschließend bin ich zum Campingplatz am Skógafoss gefahren. Er hat den Charme eines Parkplatzes, der er ja auch ist. Tagsüber sind an diesem bekannten Wasserfall Massen von Touristen unterwegs, doch abends wird es ruhig. Die sanitären Einrichtungen sind nicht schön, weil sie auch von den Tagesgästen genutzt werden, und ich ärgerte mich kurz über den Geruch verstopfter Abflüsse an den Waschbecken ... bevor mir aufging, dass ich diesen Gestank kannte, diesen Gestank nach faulen Eiern: So riecht in den Geothermalgebieten Islands das heiße Wasser, das direkt aus dem Höllenschlund der Erde kommt ... schweflig und faul - aber wenn man es weiß, ist es komischerweise okay.

 

Gestern dann, am 26. Mai, bin ich die lange, lange Treppe am Skógafoss hochgestiegen und oben etwa drei Kilometer am Fluss entlang gewandert, der sich im Laufe der Jahre eine tiefe und eindrucksvolle Schlucht mit zahlreichen Wasserfällen gegraben hat. Hinter dem Skógafoss geht's weiter ...

 

Heute dann habe ich das Skógar-Museum besucht, das zum Teil ein Freilichtmuseum mit alten Häusern samt Einrichtung ist, aber eigentlich auch alles andere zeigt, was alt und isländisch ist. Und dann bin ich noch den halben Kilometer zum Kvernufoss gelaufen, einem weiteren wunderschönen Wasserfall in einem wunderschönen Talkessel. Er ist schmal, schießt aber mit gewaltiger Kraft in ein von hohen Felsen umgebenes Becken, und vor allem: Man kann dahinter laufen. Okay, man wird etwas nass, aber wenn man sich erst einmal hinter dem Wasserfall befindet, ist man ziemlich geschützt.

 

Übernachten wollte ich dann ich der Nähe eines weiteren berühmten Wasserfalls: des Seljalandsfoss. Nur wenige hundert Meter davon entfernt befindet sich ein weiterer großartiger Wasserfall, der Gljúfrabúi, der fast vollständig von Felsen umschlossen wird. Wenn man ihn aus der Nähe sehen möchte, muss man durch eine Höhlenöffnung und über Steine klettern, die im Wasser liegen - und man wird wieder etwas nass.


Der Campingplatz Hamragarðar war geschlossen. Schade, die Lage ist einmalig.

 

Was also tun? Nassforsch bin ich nach Süden bis an die Küste gefahren, nach Landeyjahöfn. Und habe tatsächlich für heute Abend um 20.45 Uhr noch eine Überfahrt auf die Westmänner-Inseln bekommen.

In einer Stunde geht es los!

 

 

 


 

 

Im Südosten

 

Kälte, Wind, Niederschlag. Es scheint mir, als müsste ich mich jeden Tag für zwei der drei Optionen entscheiden.

Am letzten Tag in Djúpivogur waren es jedenfalls Kälte und Wind, die das Wetter bestimmten - dafür war der Himmel strahlend blau und lud zu einer kleinen Wanderung an der Küste entlang ein. Nur Wind, Wellen und der Gesang der Vögel - ich fühlte mich wie in der Wildnis. Dabei war ich gerade mal zwei Kilometer vom Ort entfernt.

 

Am 14. Mai dann ging es wieder weiter Richtung Südwesten, die gewundene Küstenlinie an den Fjorden entlang bis Höfn í Hornafirði. Regen und Wind - dafür war es erstmalig ein wenig wärmer geworden. Noch immer einstellig, aber zumindest hatten wir keine Temperaturen mehr um den Gefrierpunkt herum. Immer wieder war ich froh darüber, an der Bergseite entlang zu fahren und nicht am Wasser, das sich an einigen Stellen weit unterhalb der Straße befand und atemberaubende Ausblicke bot.

 

Höfn liegt auf einer Halbinsel. Zunächst fuhr ich durch den Ort bis ans Meer. Die hügelige Gegend an der Landspitze Ósland mit den vielen vorgelagerten Inseln ist sehr schön, aber das Wetter war schlecht, so dass ich schon schnell in den nächsten Supermarkt flüchtete, bevor ich dann auf den Campingplatz fuhr. Dieser war riesig und lag auf mehreren Ebenen. Ich fuhr gleich nach oben durch, weg von der Straße und hin zum tollen Ausblick auf die Berge. Doch schon schnell fühlte ich mich dort oben nackt und ungeschützt, so dass ich doch lieber einen Platz auf der unteren Ebene wählte.

Da der Campingplatz ohnehin nicht gemütlich war, wollte ich zumindest in der Nähe der Waschräume stehen.

 

Eigentlich war ich sowieso nur auf Stippvisite in Höfn. Am nächsten Tag wollte ich auf die Halbinsel Stokksnes auf der gegenüberliegenden Seite des Hornfjords, wieder ein kleines Stück zurück. Im Internet hatte ich schon so viele Bilder des Vestrahorns gesehen, eines beeindruckenden Bergmassivs, das von null auf hundert aus dem flachen und von zahlreichen Wasserflächen durchzogenen Vorland aufragt. Und solche Bilder wollte ich auch machen!

Leider regnete es am Sonntagvormittag und die Wolken hingen so tief, dass man die Berge nicht mal sehen konnte.

 

Zumindest bis zum Mittag. Dann rissen die Wolken plötzlich auf und es wurde klar. Sofort machte ich mich auf nach Stokksnes, obwohl ich noch immer kein Fotowetter erwartete.

Doch was heißt schon Fotowetter? Das Vestrahorn war tatsächlich nur kurzzeitig vollständig zu sehen, aber selbst in diesen Minuten ließen sich magische Fotos schießen. Die Sonne schien auf den breiten schwarzen Strand davor und ließ den Sand dampfen. Und als sich die Wolken dann wieder senkten, hüllten sie alles in einen mystischen Nebel. Ich lief den Weg vom "Viking-Café", wo ich geparkt hatte und auch übernachten würde, in Richtung des Leuchtturms, dann bog ich links ab auf den gewaltigen schwarzen Strand und besuchte auf dem Rückweg auch noch das Wikinger-Dorf, eine Filmkulisse für einen Film, der niemals gedreht wurde.

 

Und am nächsten Tag lief ich noch einmal die Wege und Pfade von Stokksnes ab.

 

Es war windig und bewölkt, aber größtenteils trocken, und die Temperaturen wagten sich zum ersten Mal vorsichtig ins Zweistellige.

Aber vor allem war es windig. Ich hatte das Gefühl, dass mein Bulli, der mit dem Po im Wind stand, rücklings sandgestrahlt wurde.

Und so hatte ich auch Bedenken, am 17. Mai weiterzufahren. Was, wenn der Wind mich einfach von der Straße pusten würde?

Doch ich fuhr, und der Wind war auch nicht das Problem: Es begann zu regnen und hörte nicht mehr auf.

 

Ich wollte in den Skaftafell-Nationalpark und auf dem Weg natürlich die Gletscherlagune Jökulsárlón und den sogenannten "Diamond Beach" besuchen. Was ich auch getan habe. Aber ich bin sehr, sehr nass geworden.

Jökulsárlón gehört zum Nationalpark Vatnajökull. Der Breiðarmerkurjökull, ein Gletscherarm des größten Gletschers Europas, "kalbt" in der Gletscherlagune, in der dadurch weiße, blaue, türkise und von schwarzen Schlieren durchzogene Eisbrocken und -berge schwimmen. Das Besondere am Jökulsárlón: Der See hat einen direkten Zugang zum Atlantik. Die Eisbrocken werden also ins Meer geschwemmt, wo sie sofort wieder an den schwarzen Strand gespült werden, der übersät ist mit Eisklumpen in allen Größen, Farben und Formen. "Diamond Beach" eben.

 

Die Brandung war gigantisch, und trotz des Dauerregens habe ich mich ziemlich lange dort aufgehalten. 

 

Anschließend ging es weiter in den Skaftafell-Nationalpark, noch immer unterhalb des Vatnajökull mit seinen vielen Gletscherzungen gelegen. Kaum näherte ich mich dem riesigen Skeiðarársandur, dem Sander, der sich unterhalb der Berge und Gletscher bis zum Horizont erstreckt, hob sich der Himmel und ich konnte sie endlich auch sehen, die wunderschönen Berge und Gletscher! Es hörte auf zu regnen, und im Himmel zeigte sich immer mehr Blau. 

Daher fuhr ich nicht sofort auf den Campingplatz, sondern machte wenige Kilometer vorher noch einen Abstecher zum Svínafellsjökull, einer Gletscherzunge, an die man sehr dicht heranlaufen konnte.

 

Der Skaftafell-Campingplatz ist riesig und trotzdem nicht so ungemütlich wie der in Höfn. Ich wollte zum bekannten Wasserfall Svartifoss laufen und zum Skaftafellsjökull - doch leider war das Wetter am nächsten Tag so richtig mies. Es hat ununterbrochen geregnet, so dass ich die Zeit lieber zum Schreiben genutzt habe.

 

Der heutige Tag begann auch nicht viel besser. Doch ich hatte meine Wetter-App im Blick, die sagte: Ab Mittag wird es trocken und sogar die Sonne kommt ein bisschen hervor. Und genau so war es: Noch immer kein Kaiserwetter, doch zumindest am Anfang ein paar sonnige Abschnitte, so dass ich die unteren beiden Wasserfälle Hundafoss und Magnúsarfoss noch im Sonnenlicht erleben konnte.

Als ich den Svartifoss mit seinen markanten Basaltsäulen endlich erreichte, war der Himmel schon wieder bedeckt. Das lag allerdings auch daran, dass ich auf Höhe der unteren Wasserfälle noch nach zwei grasbedeckten Hütten gesucht habe, die ich auf einem Foto gesehen hatte. 

Und tatsächlich habe ich sie gefunden, versteckt, idyllisch und ganz einsam gelegen am Fluss Stórilækur.

Im Sonnenlicht fast schöner als der Svartifoss und der beeindruckende Blick aus großer Höhe auf den Skaftafellsjökull bei einsetzendem Nieselregen.

 

Trotzdem: Ich bin heute fast zehn Kilometer gelaufen, bergauf und bergab, durch eine schöne, karge, nasse, struppige isländische Landschaft - und ich würde es morgen wieder machen.

 

Allerdings fahre ich morgen weiter. :)

 

 

 

 


 

 

Ankunft

 

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Jahrelang geträumt, jahrelang geplant ... und jetzt ist es wirklich so weit. Endlich. Ich bin unterwegs. In Island. Für viereinhalb Monate.

 

Ich hatte viel Zeit für Vorfreude, daher ist es vermutlich nicht so schlimm, dass die letzten Wochen von ziemlich viel Stress und Anspannung geprägt waren. Erst spät am Abend vor meiner Abfahrt habe ich den Bulli aus der Werkstatt geholt, und bis zum Schluss gab es Kleinigkeiten zu schrauben und zu verbessern ... und am Freitag, den 6. Mai dann, als ich eigentlich schon auf der A7 sein wollte, kam noch ein Anruf von der Versicherung. Um es kurz zu machen: Irgendwas stimmte da nicht, weil schon mit der Anmeldung etwas nicht stimmte ... und so rasten wir am Freitagmittag noch zur Zulassungsstelle in Celle, um zu retten, was noch zu retten war. Um zehn vor eins waren wir da, zehn Minuten vor Wochenende. Und es hat geklappt. Anschließend konnte ich losfahren, erschöpft und wie betäubt von allem, was noch hätte schiefgehen können (an dieser Stelle noch einmal tausend Dank an Patrick Seemüller von Autocheck Seemüller in Eschede!).

 

Ein alter Bulli, aber neu für mich (ich hätte gern ein bisschen Zeit zum Kennenlernen und Einfahren gehabt), aber wir haben es an dem Tag noch nach Flensburg geschafft, wo ich mich von meiner Familie verabschiedet und bei meiner Muddi übernachtet habe.

 

Am 7. Mai dann einmal Dänemark der Länge nach. Die Fähre "Norröna" startet in Hirtshals, ganz im Norden, und als ich nach 367 Kilometern endlich um die letzte Biegung kam und das Schiff am Kai liegen sah, endlich, endlich, ENDLICH, nach den letzten Wochen voller Ungewissheit, ließ die Anspannung endlich nach und ich reihte mich heulend vor Island-Glück in die Schlange vor dem Check-in ein. Ich hatte es geschafft. Ich war da. Jetzt konnte nicht mehr viel passieren.

 

Das Wetter war bestens, meine Kabine an Bord war 7209, das Essen war gut, in der ersten Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein.

Nach einem Tag auf See erreichten wir am 9. Mai morgens Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer, wo wir mehrere Stunden Aufenthalt hatten. Aber irgendwas ist ja immer: Während ich durch die Stadt lief, regnete es ununterbrochen. Egal, Tórshavn ist bei jedem Wetter schön.

 

Am frühen Nachmittag dann ging es weiter nach Island, wo wir am folgenden Tag um 10.00 Uhr Ortszeit ankamen - zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit. Natürlich gehörte ich zu denjenigen, die aus der langen Schlange der Fahrzeuge herausgewunken wurden, um das Formular E9 auszufüllen. Vermutlich, weil ich bereits die Rückfahrt gebucht hatte und das Hafenpersonal sehen konnte, dass ich vorhabe, bis zum 21. September zu bleiben.

 

Und dann ... startete das Abenteuer Island so richtig! Eigentlich hätte ich ja vorgehabt, zunächst einmal noch einen kleinen Gang durch unseren Ankunftsort Seyðisfjörður zu machen, um Island ganz in Ruhe Hallo zu sagen. Ich hatte es schließlich nicht eilig. Doch es war kalt, nass und ungemütlich ... und ich musste ja noch über die Passstraße Fjarðarheiði fahren - die einzige Möglichkeit, den abgelegenen Fjord im Osten Islands auf dem Landweg zu verlassen. Und das wollte ich lieber so schnell wie möglich hinter mich bringen, denn hier war im Mai noch einmal der Winter eingebrochen. Auf dem bis zu 620 Meter hohen Pass bedeutete das: ein Schneesturm, der von rechts nach links über die Straße fegte.

 

Ich war froh darüber, so schnell keine weitere Passstraße überqueren zu müssen. Also, das dachte ich zumindest ...

 

Nach 27 Kilometern dann kam ich in Egilsstaðir an, mit 2.500 Einwohnern Hauptstadt des Ostens. Tanken, im Supermarkt Bónus (dem mit dem hässlichen Schweinchen) einkaufen, Geld abheben.

 

Eigentlich wollte ich heute noch nach Eskifjörður fahren, aber das ist kein Ort für schlechtes Wetter. Finde ich zumindest.

Doch der Tag war noch jung, daher machte ich mich auf den Weg um den langgestreckten See Lagarfljót herum zum bekannten Wasserfall Hengifoss. Mit der richtigen Kleidung war der Aufstieg kein Problem. Den auf dem Weg liegenden Litlanesfoss mit seinen vielen Basaltsäulen fand ich noch viel schöner - was allerdings auch daran lag, dass man die roten Tonstreifen im Fels, für die der Hengifoss so berühmt ist, bei dem schlechten Wetter kaum sehen konnte. Den gesamten Aufstieg über kam der scharfe Wind direkt von vorn und trieb mir permanent den Schneegriesel in die Augen, was das Wasserfälle-Angucken ziemlich erschwerte.

Trotzdem: wunderschön!

 

Nach knapp fünf Kilometern bergauf und bergab fuhr ich zum Campingplatz Höfðavík am gegenüberliegenden Ufer des Lagarfljót, wo ich meine allererste Bullinacht in Island verbringen würde. Es war schön, es war einsam. Nach mir fuhr noch ein weiterer deutscher Camper auf den Platz - und das war's. Ich hatte ein bisschen Bammel vor der Kälte, die mich nachts erwarten würde, aber mein neuer Schlafsack war eine gute Investition: Zusammen mit Fleecedecke, Sweatshirt, Jogginghose und Wollsocken habe ich geschlafen wie ein Baby. Nur meine Nase war eiskalt, wann immer ich mal aufwachte. Daher habe ich zwischendurch auch mal die Standheizung angemacht, für ein Stündchen oder so.

 

Am nächsten Tag dann Eskifjörður? Nein, das Wetter war noch immer suboptimal und außerdem fand ich auf Google Maps die Straße Nummer 95, die mich nach Breiðdalur führen würde, ein Stück weiter nach Süden an der Ostküste. Auf Google Maps sah sie ganz harmlos aus, eine geteerte Straße durchs Land. Ganz böse Falle! Als ich merkte, dass ich wieder auf eine Passstraße geraten war, war es zu spät, um zu wenden. Mittlerweile war aus dem Breiðdalsvegur eine schmale Schotterstraße geworden, die sich immer weiter in die Höhe schraubte, zunehmend von Schnee und Schneematsch bedeckt.
Bergab wurde es nicht besser. Ich sag nur; Haarnadelkurven im ersten Gang.

Ich führe meine Erzählung lieber unterhalb der Schneegrenze fort. Erleichterung machte sich in mir breit, als ich endlich das Meer erreichte. Hach, hier war es schön - warum hatte ich nicht gleich den Weg am Wasser entlang gewählt? Dennoch war es nach Djúpivogur, meinem Tagesziel, noch eine Ecke zu fahren. Zwar konnte ich den Ort schon ziemlich bald sehen, doch zunächst einmal musste ich noch den sehr langen Fjord Berufjörður umrunden.

 

Und dann: ein entzückender Ort voller zerklüfteter Lavahügel, Schären, bunter Häuschen ... und ein Campingplatz mit Blick auf den pyramidenförmigen Berg Búlandstindur, der magische Kräfte haben soll. Und außerdem: gutes Wetter! Okay, noch immer saukalt und windig, aber blauer Himmel und Schäfchenwolken.

 

Hier habe ich mich jetzt erst mal einquartiert (wenn man bei einem Campingplatz von "Quartier" reden möchte). Ich bin auch heute geblieben, um zu schreiben, mich zu entspannen und darauf zu warten, dass das Wetter wieder so schön wird wie gestern (nur wärmer).

Ich habe ein Rentier auf dem Campingplatz gesehen und mit den ersten Leuten Isländisch gesprochen. Und sie mit mir!

 

Ich glaube ... ich bleibe noch einen weiteren Tag.

 

 

 

 


 

 

Mein Bulli

 

Zwei Jahre in zwölf Bildern zusammengefasst. Selbst Ende März 2022 ist er noch nicht komplett fertig, mein 89'er T3 syncro. Und dabei will ich in einem Monat auf die Fähre.

Aber Patrick Seemüller von Autocheck Seemüller in Eschede ist dran. Seit zwei Jahren. Er macht aus meinem Bulli einen Neuwagen. Und das dauert eben ein bisschen ...