Cheung Chau

 

Heute habe ich festgestellt, dass es wohl etwas übertrieben von mir ist, ständig zu behaupten, ich würde im 17. Stock des Dorsett Hotels wohnen. Es gibt nämlich keinen 4., keinen 13. und keinen 14. Stock. Und auch keinen 24.

Die 4 ist in China eine Unglückszahl ... und bei der 13 wurde offensichtlich auf die Gäste aus dem Westen Rücksicht genommen.

 

Von wegen 17. Etage. Eigentlich ist das Dorsett eine ziemlich kümmerliche Hütte ...

 

 

Hong Kong besteht aus 263 Inseln (und einer Halbinsel, nämlich Kowloon). Eine von ihnen habe ich heute zusammen mit Charlotte, der Schulleiterin der GSIS besucht, und zwar Cheung Chau. An der dünnsten Stelle der hantelförmigen Insel befindet sich der einzige Ort, an dessen Hafenpromenade sich ein Fischrestaurant an das andere reiht. Es gibt keine Autos (wenn auch durchaus knatternde und stinkende Transportkarren und Fahrräder, Fahrräder ohne Ende) und kein Haus ist höher als wenige Stockwerke.

 

Natürlich waren wir nicht die einzigen Touristen, die dieser freundliche Ort angezogen hat, doch zum Glück haben wir die Insel noch kurz vor dem berüchtigten Brötchenfestival besucht, das jedes Jahr Unmengen von Menschen anzieht, die dann die engen Gassen mit den vielen netten Lädchen verstopfen. 

Auf dem Platz vor dem farbenfrohen Pak Pai Tempel wurde bereits ein gigantisches Gerüst aufgebaut - bald werden hier geweihte Brötchen gestapelt!

 

Charlotte und ich hingegen haben lieber den Süden der Insel umwandert. Auf dem malerischen Rundweg mussten wir so manche Treppe bewältigen und zwischendurch kam ich mir fast vor wie in der Bretagne: Nicht nur die gewaltigen Felsen an der Küste, sondern auch die Fischer, die Algen zum Trocknen ausbreiteten, kamen mir sehr bekannt vor. 

Allerdings gibt es in der Bretagne keine Kakteen. Oder Alien-artige Kriechwurzeln. Oder Friedhöfe mit Aussicht.

 

Nach einer langen Wanderung bergauf und bergab hatten wir uns eine Stärkung verdient: Im Windsurfing Centre am Kwun Yam Wan Beach gab es ein Café, in dem wir uns niederließen. Auf der Getränkekarte entdeckte ich "Flensburger Dunkel" und "Flensburger Wizen". Schnappatmung! Und dazu fahre ich extra auf eine kleine Insel in Südostasien!!!

 

Anschließend aßen wir an der Hafenpromenade noch Fisch und Shrimps mit Cashewkernen, beides sehr schmackhaft.

Dann fuhren wir wieder zurück. Es war inzwischen dunkel geworden, doch selbst auf dem oberen Deck des Schiffes war die Luft noch warm genug, um die Überfahrt im Freien zu verbringen. Nur die dauerhafte Geruchsbelästigung durch die Abgase des Schiffes störte die Abendstimmung ein wenig.

Stimmte allerdings auch wieder auf den Moloch Hong Kong ein.

 

 

 

 

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Dag (Samstag, 28 April 2018 21:11)

    Flens! Da hast du doch bestimmt ganz heimelig warme Heimatgefühle gekriegt - und hast das Wizen in der Fremde genossen! :)
    Die Bilder sehen aus, wie aus dem Reiseführer. Eindrucksvoll und spannend. Freue mich auf mehr! :)

  • #2

    Alice (Sonntag, 29 April 2018 17:02)


    Oh ja, liebe Dag, das habe ich! Und trotzdem habe ich kein "Flensburger Wizen" getrunken, sondern ein "Tsingtao"-Bier ...
    Schön, dass du mitliest!!! :)